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RhEINklang: Fest für die Kirchenmusik lockt im September nach Düsseldorf

Logo rhEINklangDie Evangelische Kirche im Rheinland feiert die Musik. Und das gleich drei Tage lang: Vom 2. bis 4. September 2022 steht Düsseldorf im Zeichen des Rheinischen Kirchenmusikfestes. Ein Fortbildungsprogramm für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker bildet am Freitag den Auftakt. Workshops für Bläserinnen und Bläser, Sängerinnen und Sänger, Bandmusikerinnen und -musiker sowie den Nachwuchs am Orgeltisch locken am Samstag. Zum Höhepunkt erklingt am Abend des 3. September in der Düsseldorfer Tonhalle ein Festkonzert, bei dem tagsüber Erarbeitetes und Eingeübtes zu hören sein wird. RhEINklang, so der Titel des Rheinischen Kirchenmusikfestes 2022, ist dabei Programm. Zum Finale gibt es am Sonntag in der zentralen Johanneskirche einen Festgottesdienst.

„Miteinander neue Musikstücke kennenzulernen, an inspirierenden Workshops teilzunehmen und dabei die motivierende und auch tröstende Kraft der Musik in großer Gemeinschaft zu erleben, wird uns in dieser Zeit doppelt guttun“, freut sich Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek auf RhEINklang. Bis zu tausend Teilnehmende können beim Kirchenmusikfest Platz finden. Eine Anmeldung für Chöre wie auch für Einzelpersonen ist bis in den August hinein möglich. „Im Zentrum des Kirchenmusikfestes steht das Verbindende“, betont Kirchenmusikdirektorin Brigitte Rauscher, Vorsitzende des Chorverbands in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sowohl im Programm des neuen Chorbuchs RhEINklang als auch im Workshop-Angebot und bei der Festveranstaltung in der Tonhalle gehe es um die Verbindung zwischen Stilen und Sparten, Anspruch und Machbarkeit, Bekanntem und Neuem. „Erleben Chöre und Ensembles unserer Landeskirche einen neuen Schwung, haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Rauscher.

Musikalischer Nachwuchs ist fest im Blick

Die veranstaltenden Werke und Verbände in der rheinischen Kirche (Posaunenwerk Rheinland , ChorverbandVerband für Kirchenmusik , Verband für christliche Popularmusik ) nehmen den Nachwuchs gezielt in den Blick. In der Auferstehungskirche im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel etwa ist das Stader Orgelforum zu Gast. Dort erleben Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, wie es sich anfühlt, auf einer großen Orgel zu spielen. Und Jugendliche probieren am wegen der Klangfarbenvielfalt seiner Register Europa-Orgel genannten Instrument Musik aus verschiedenen Epochen und Ländern aus, die sie selbst mitbringen. Der Stadtteil Düsseldorf-Kaiserswerth ist am 3. September Treffpunkt für Bläserinnen und Bläser. Auch die Jüngsten sind bereits mit dabei: „Die Arbeit mit unseren Jungbläserinnen und Jungbläsern liegt uns sehr am Herzen. Darum öffnet eure Autotüren und nehmt jeden Blaswilligen mit“, lädt Landesposaunenwart Kirchenmusikdirektor Jörg Häusler ein. Auf Jugendchorsängerinnen und -sänger zielt die Veranstaltung The Intelligent Choir (TIC) in der Kreuzkirche in Düsseldorf-Pempelfort. Felix Schirmer, Lehrbeauftragter für elementare Chorarbeit an der Uni Köln, wird erlebbar machen, wie musikalische Prozesse im Chor miteinander geteilt und Hierarchien abgebaut werden können. Denn, so die Überzeugung: Verantwortlich für die Musik sind alle zusammen.

Ein neues Chorbuch für den Gottesdienst

Ob Klassik, Pop oder Bläser: Das neue Chorbuch RhEINklang bietet Musik für den Gottesdienst – vielfältig, neu oder zumindest neu arrangiert und vor allem praktikabel. Kompositionen für die gleich­bleibenden liturgischen Bausteine des Gottesdienstes sind ebenso enthalten wie für die im Jahresverlauf wechselnden Themen, Bibelverse und Texte. Dazu zählt die Kantate „Es ist an der Zeit“, ein von Matthias Nagel, Dozent für kirchliche Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford, eigens für das Chorbuch geschaffenes Auftragswerk. In der Düsseldorfer Tonhalle wird es am Samstag, 3. September, uraufgeführt.

Quelle: ekir.de

Ausbildung an den Orgeln der Region

 

Kreiskantor macht die nebenamtlichen KirchenmusikerInnen fit: Anrührend, imponierend und gewaltig: Für viele Menschen ist der Klang einer großen Orgel etwas ganz Besonderes. Hat man dazu noch die Gelegenheit zuzuschauen wie Organistenhände virtuos auf dem Spieltisch „tanzen“, scheinbar ein ganzes Orchester gleichzeitig ertönen lassen, dann mag man es kaum glauben, dass auch „musikalisch Normalbegabte“ so ein prachtvolles Instrument beherrschen lernen können.
Jeden Sonn- und Feiertag, bei Hochzeiten, Taufen oder zu anderen besonderen Anlässen erklingen in den heimischen Kirchen die Orgeln. Sie unterstützen bei Gemeindegesang oder lassen die „alten Meister“ erklingen. Feierliche Klänge, die nur selten von mehrjährig studierten Kirchenmusikern erzeugt werden. Vielerorts sind es in den Gemeinden die sogenannten „nebenamtlichen KirchenmusikerInnen“, die sich, neben ihren ganz unterschiedlichen Berufen, in ihren Gemeinden als klangstarke Verkünder des Evangeliums einsetzen.

Orgelunterricht bei kantor Lilienthal

So wie für Orgelschüler Philipp Weßler (links), der hier gerade an der Orgel der Altenkirchener Christuskirche übt, würde Kreiskantor Johann-Lilienthal gerne überall in den 16 Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen weiteren Organisten-Nachwuchs ausbilden. „Gerne anfragen“ rät der Kreiskantor allen, die ein altes Hobby aufleben lassen oder ein neues Hobby entdecken wollen. „Ich bilde in allen Altersgruppen aus“, unterstreicht er ausdrücklich. Foto: Petra Stroh

Rund 40 Frauen und Männer machen Orgel-Dienste

Rund 40 Männer und Frauen in den 16 Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen sind in diesem Dienst (dazu kommen weitere ChorleiterInnen in den Kirchen- und Posaunenchören) aktiv.

Manche üben ihren Dienst schon seit Jahrzehnten aus, andere erst seit wenigen Monaten. Manche erlernten ihr „Orgel-Handwerk“ bereits in Schülertagen, andere nutzen die Freiräume nach dem Ausscheiden im Beruf um ‚verborgene‘ musikalische Fähigkeiten wiederaufzufrischen. Die meisten der heimischen nebenamtlichen KirchenmusikerInnen haben irgendwann die Gelegenheit genutzt, sich von den hauptamtlichen Kantoren vor Ort ausbilden zu lassen.

Johann-Ardin Lilienthal  ist hauptamtlicher Kantor im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen und freut sich, dass er bereits erste Schüler in der Region gefunden hat. Einmal wöchentlich nimmt er sich Zeit, um die jungen und älteren Ausbildungswilligen vor Ort jeweils mindestens 45 Minuten in den Kirchen des Kirchenkreises zu schulen.
So wie etwa den 18-jährigen Philipp Weßler aus Altenkirchen, der mit großer Freude an der Orgel der Christuskirche probt übt. Das Klavierspiel hat sich der frischgebackene Abiturient im Selbststudium beigebracht und irgendwann reizte es ihn das Spielen auf der „großen Orgel“ mal auszuprobieren. Als begeisterter Kantorei-Sänger kam er so auf den Kreiskantor zu und erfuhr von den Möglichkeiten sich an „der Königin der Instrumente“ unterrichten zu lassen.

Seit einem Jahr sitzt er nun einmal wöchentlich im Unterricht auf der Orgelbank und hat schon viel gelernt. Technisches, aber auch Musikalisches. „Wenn Herr Lilienthal über die musikalischen Hintergründe eines Werks ins Erzählen kommt, hatte ich schon viele ‚Aha-Erlebnisse‘ und blicke nun viel verständiger auf manche Noten“, schwärmt der Orgelschüler. Beeindruckt hat ihn auch, dass selbst ‚eingebrannte‘ Fehler der Vergangenheit durch die sorgsame Begleitung des erfahrenen Lehrers noch ausgemerzt wurden und so mancher Choral oder auch geschätztes Orgelwerke nun so prachtvoll erklingt wie erwünscht.

Auch Kreiskantor Lilienthal hat viel Freude am Unterrichten und fühlt sich durch den Umgang mit den Schülern bereichert. „Es wäre schön, wenn wir weiteren Organisten- Nachwuchs für die heimischen Kirchengemeinden ausbilden könnten“, unterstreicht er. Besonders auch in der gerade abebbenden Grippephase hat er festgestellt, dass es noch ausreichend Einsatzmöglichkeit für die vielfältig einzusetzenden nebenamtlichen KirchenmusikerInnen gibt.

„Ich würde mich freuen, wenn weitere Jugendliche, Frauen und Männern, gerne aus allen Altersstufen, ihr Interesse an einer Ausbildung zeigen würden. Schön ist es für viele, ein altes Hobby neu aufleben zu lassen, oder ein neues zu entdecken…“ Bei den Treffen mit den heimischen (nebenamtlichen) Kirchenmusikern hört er häufig, wie erfüllend diese das Orgelspiel erleben. Wie sie immer neue Herausforderungen entdecken und selbst das Üben als bereichernd empfinden.

„Gerne nachfragen“ empfiehlt er daher auch allen, die vielleicht angesichts einer schon länger zurückliegenden oder in ihren Augen noch zu frischen Klavierausbildung, nicht die „Traute“ haben.

Da er seine OrgelschülerInnen in den Gemeinden vor Ort betreut, stehen keine Mobilitäts-Probleme einer Ausbildung im Weg. Da der Kirchenkreis zudem die Ausbildung bezuschusst – für Arbeitssuchende, SchülerInnen, StudentInnen und SozialhilfeempfängerInnen gibt es zudem Ermäßigungen – dürften in Lilienthals Augen auch finanzielle Fragen nicht hinderlich sein. „Da haben wir noch immer Lösungen gefunden!“

 

Interessierte Menschen, die einer evangelischen Kirchengemeinde im Kirchenkreis Altenkirchen angehören, können sich gerne bei Kreiskantor Lilienthal melden (johann-ardin.lilienthal@ekir.de  , telefonisch unter 0162 6541 532 oder an Kreiskantor Lilienthal, Stadthallenweg 16, 57610 Altenkirchen) und sich über Möglichkeiten und Details informieren.  PES.