Zweite Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises

„Leben aus der Quelle des Lebens“: Zu einer zweiten Zukunftswerkstatt trafen sich Vertreter aus Gemeinden und Kirchenkreis diesmal im Dietrich-Bonhoeffer-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde in Hamm. Im Vorjahr wurden bei der Zukunftswerkstatt in Kirchen erste Blicke in Richtung „Kirchenkreis 2025“ geworfen. Dort kristallisierte sich heraus, dass man sich bei einem weiteren Treffen gerne intensiver (nicht nur mit Blick auf die Zukunft) mit dem Thema „Gottesdienste“ beschäftigen wollte. „Anliegen war und ist auch heute wieder, eine gemeinsame missionarische Vision für unsere Gemeinden, Regionen und den Kirchenkreis zu entwickeln“ unterstrich Superintendentin Andrea Aufderheide in ihrer Begrüßungsrede an die rund 70 Teilnehmenden. „Wie können wir es etwa ermöglichen, dass Menschen hier vor Ort in zehn, 20 und auch 30 Jahren unverändert die Güte Gottes in Vielfalt erfahren?“

Die Superintendentin fragte nach den vordringlichsten Aufgaben in der nächsten Zeit: „Welche Schwerpunkte wollen wir in unseren Veränderungsprozessen setzen und danach, wie es gelingen kann Neues in die Gemeinden, Regionen und im Kirchenkreis „einzupflanzen?“.

Deutlich sei – gerade auch in Zeiten, in denen vielfältige gemeindliche und regionale Veränderungsprozesse anstehen – wie wichtig die geistlichen Quellen sind, aus denen man schöpfen kann. Unter der Jahreslosung „Gott spricht: Ich will den Durstigen geben von der Quelle des Lebendigen Wassers umsonst“ (Off.21,6) wurden bei der Zukunftswerkstatt in Hamm – zu der auch die katholische Kirchengemeinde Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte – gemeinsam das Thema Gottesdienst und die daraus resultierenden geistlichen Quellen betrachtet. Es gab u.a. acht Workshops, die verschiedene „Quellen“ (Musik, Psalmworte, geistliche Schriftlesung u.a.) in den Blick nahmen.

In regionalen Gruppen (orientiert an den derzeitigen Regionenentwicklungen) betrachteten die Teilnehmende in drei Arbeitsphasen ihre eigenen Ressourcen, die ihrer Gemeinden und Regionen und suchten nach Möglichkeiten der Vernetzung.

Dankbar ist der Kirchenkreis, dass auch die zweite Zukunftswerkstatt vom „EKD-Zentrum für Mission in der Region“/ZMiR mitgestaltet und moderiert wurde. Pfarrer Christhard Ebert vom ZMiR hatte den Synoden-Workshop-Tag gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus dem Kirchenkreis vorbereitet. Begleitet wurde er zur Zukunftswerkstat diesmal von seinen Team-KollegInnen Pfarrerin Anna-Christina Schmidt und Theologe Christian Oelke.

 Freude auch über zwei besondere Gäste: Oberkirchenrat Bernd Baucks, Finanzdezernent der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), war zum ersten Mal als „Kirchenkreis-Begleiter“ in einer großen Runde der Kirchenkreis-Aktiven dabei. Ebenso als Gast war Superintendent Uwe Simon aus dem befreundeten Partnerkirchenkreis „Oberes Havelland“ in Brandenburg wieder mit dabei, der gerne und häufig die Synoden und Workshoptage der Synode des Kirchenkreises Altenkirchen besucht, sie bereichert und „stets Anregendes mit nach Brandenburg nimmt!“

„Zukunft bedeutet Veränderung, sie verlangt nach der Bereitschaft sich diesen Prozessen zu stellen“, hob Bernd Baucks hervor. Angelehnt an das Hauptthema der Zukunftswerkstatt ist ihm aber wichtig, dass „Gottesdienste mögen sich verändern – an Ort und Gestalt -, aber der Gottesdienst als prägendes Element des kirchlichen Lebens wird bleiben!“

Eine Vielzahl von “geistlichen Quellen“ sprudelt im Kirchenkreis und „speist“: In acht Workshops wurden einzelne Quellen und die Angebote dazu betrachtet, etwa die Kirchenmusik (Kreiskantor Johann-Ardin Lilienthal), die Taizé-Arbeit (Pfarrerehepaar Rössler-Schaake/Flammersfeld ), die Psalmworte (Frank Schumann/Birnbach), das Meditative Gebet (Pfarrer Stefan Turk/Birnbach ), die Geistliche Schriftlesung (Pfarrer Guido Konieczny/Friedewald), das Bibel-Teilen (Pfarrer Heinz-Günter Brinken/Betzdorf), die Arbeit mit Egly-Figuren (Silke Stühn/Daaden) und eine Gegenstands-Mediation (Ilse Sonnentag/Fluterschen).

Auf einer Kirchenkreis-Karte war anschließend deutlich sichtbar, wie vielfältig die Vor-Ort-Angebote sind. In vier Farben: Blau/Gottesdienste; Rot/Gebet; Grün/Bibel und Gelb/Musik gab es ein buntes Potpourri der Vielfalt.

Nach dieser Bestandsanalyse der gegenwärtigen Situation gingen die Regionen-Gruppen in die „Tiefe“ ihrer Angebote und deren Zukunftsperspektiven. Deutlich wurde u.a., dass „Gottesdienste an anderen Orten“, also jenseits der bekannten Kirchenmauern viele ansprechen, die nicht zur „Kerngemeinde“ gehören. Auch „themenorientierte Gottesdienste“ oder „Sonderformate“ gewinnen an Bedeutung, ebenso Familien-Gottesdienste.

„Bestehendes/Bewährtes erhalten und Neues wagen“ oder „Vielfalt ausbauen“   steht daher ganz oben auf der To-do-Liste der einzelnen Regionen.

„Wir sind Teil des öffentlichen Raumes und müssen von daher auch rausgehen in die Öffentlichkeit“, hat auch der Brandenburger Superintendent Uwe Simon als bereichernd erfahren.  Selbst im „entkirchlichten Osten“ seien „Gottesdienste, die draußen angeboten würden, stärker besucht und würden freundlich angenommen.

Aus seinem Erfahrungsschatz hatte er weitere Aspekte mitgebracht, die den heimischen Gemeinden als Gedankenanstöße dienen könnten.

In seinem Kirchenkreis „Oberes Havelland“ gibt es eine enorme Anzahl von Dorfkirchen. Häufig stärker als touristischer Anlaufpunkt wahrgenommen, als für Gottesdienste genutzt. Das Personalangebot an PfarrerInnen, PrädikantInnen und LektorInnen (jeweils ein Drittel des Gesamttableaus) reiche bei weitem nicht aus um überall wöchentliche Gottesdienste anbieten zu können.  „Es gibt auch manchmal die Situation, dass ich als Pfarrer allein oder nur mit zwei BesucherInnen in eine der schönen Kirche stehe!“ Aufbauender Gesang sei dann selten möglich und Gedanken über ein „konzentriertes Kirchenjahr“ und neue Gottesdienstformen für kleine Gruppen forderten derzeit. Uwe Simon, der auch die Grüße der kirchlich handelnden aus dem Oberen Havelland mitbrachte, freute sich, dass in den vergangenen Jahren der Austausch zwischen den beiden – in manchen Teilen so unterschiedlichen – Kirchenkreisen immer stärker und bereichernder geworden sei. Nachdem kürzlich eine Gruppe von PfarrerInnen aus dem Kreis Altenkirchen wieder bei einer Konvents-Rüste in Ostdeutschland weilte, im Vorjahr der Kreiskirchenrat aus dem Havelland in Altenkirchen und Umgebung war, steht im Herbst ein weiteres Treffen der Kirchenvertreter an.

„Schön, dass ich hier nicht nur Zaungast bin, sondern immer mittendrin in den Diskussionsrunden und mit so vielen Anregungen zurückkehren darf!“

„Ich denke, wir sind auch heute miteinander auf unserem Weg in die Zukunft ein gutes Stück weitergekommen und haben uns geistlich tief berühren lassen. Das mag uns hoffentlich viel Kraft geschenkt haben für alle unsere nächsten Schritte. Vision und Realität haben wir kreativ miteinander in Berührung gebracht!“ Superintendentin Andrea Aufderheide schloss die zweite Zukunftswerkstatt und dankte allen, die teilgenommen und sich eingebracht haben. Außerdem dankte sie denjenigen, die in Vorbereitung und Tagesverlauf gewirkt haben, insbesondere auch dem Küsterehepaar Hoffmann von der Kirchengemeinde Hamm.

„Die Zukunftsentwicklung unseres Kirchenkreises – und das sind seine Gemeinden und Regionen – kann nur gemeinsam weitergehen. Deshalb geht die Arbeit für uns alle weiter!“ hob sie hervor.  Jedoch nicht im Rahmen einer erneuten Zukunftswerkstatt, – diese ist nicht vorgesehen – sondern jeweils in den gemeindlichen und regionalen Bezügen, in denen die Beteiligten stehen.

Vor zahlreichen Zukunftsentscheidungen seien auch die folgenden Synoden gestellt. Am 9. und 10. November kommt die Kreissynode dazu in Betzdorf zusammen. PES.

 

Die zweite Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises in Bildern:

 

Viel gemeinsamer Gesang bereicherte den Workshoptag. Kreiskantor Johann-Ardin Lilienthal motivierte und unterstützte in bewährter Weise.

Zum ersten Mal Gast bei einer größeren Veranstaltung im Kirchenkreis: Oberkirchenrat Bernd Baucks, Finanzdezernent der Evangelischen Kirche im Rheinland, der seit Kurzem als „Kirchenkreis-Begleiter“ der Landeskirche für unsere Region zuständig ist.

Workshops zu den geistigen Ressourcen und zwei Arbeitsphasen der Gemeindevertreter in den Regionen prägten die zweite Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises.

  

 

Pfarrer Christhard Ebert vom „EKD-Zentrum für Mission in der Region“/ZMiR moderierte und begleitete zum zweiten Mal eine Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises.

Superintendent Uwe Simon vom Partnerkirchenkreis „Oberes Havelland“ aus Brandenburg hatte erneut die weite Anreise auf sich genommen und bereicherte die Kirchenkreis-/und Gemeindevertreter in ihrem Lern- und Denkprozess.

 

Vorgestellt bei der Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises wurden die ersten Banner, die auf den besonderen Festgottesdienst der Männerarbeit des Kirchenkreises am Sonntag, 22. Juli, in Daaden mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Heinrich Bedford-Strohm hinwiesen. Die beiden Aktiven der heimischen Männerarbeit (links Vorsitzender Thorsten Bienemann und rechts der Kirchener Bernd Seeger) freuen sich auf diesen besonderen Tag und luden herzlich dazu ein. Alle Fotos: Petra Stroh