Klausurtagung der Kirchenleitung in Altenkirchen

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Die Kirchenleitung traf sich zu einer Klausurtagung in Altenkirchen. Gemeinsam diskutierte man mit Vertretern der beiden Kirchenkreise Altenkirchen und Wied und der Landjugendakademie über die Herausforderungen der Gestaltung kirchlichen Lebens im ländlichen Raum. Foto: Petra Stroh

 

Besonderer Focus auf
den ländlichen Raum

 

Kirchenleitung der EKiR  diesmal zu Gast in Altenkirchen

Zu einer zweitägigen Sitzung traf sich die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland EKiR diesmal in Altenkirchen. Superintendentin Andrea Aufderheide, die als nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung angehört (seit 2005/ im Januar 2017 wurde sie für ihre zweite achtjährige Amtsperiode – bis 2025 – in die Kirchenleitung gewählt), freute sich, ihre KollegInnen im heimischen Kirchenkreis begrüßen zu können. Als langjährige Superintendentin eines ländlich geprägten Kirchenkreises hat sie die Herausforderungen, denen man sich in diesem Umfeld (zunehmend) stellen muss, tagtäglich vor Augen. Sie versteht ihre Aufgabe in der Kirchenleitung auch darin, beständig auf die besonderen Entwicklungen im ländlichen Raum hinzuweisen und sich für die besonderen Belange dort einzusetzen. U. a. schilderte sie ihren KollegInnen in der Kirchenleitung, welche besonderen Herausforderungen sich der diakonischen Arbeit im Westerwald und an der Sieg aktuell stellen und wie man ihnen begegnet.

Die Situation im ländlichen Raum war, neben der Vorbereitung der Landessynode im Januar, diesmal das zentrale Thema der Kirchenleitungssitzung.
In internen Gesprächen, aber auch im Austausch mit den beiden Kreissynodalvorständen aus den Kirchenkreisen Altenkirchen und Wied ging es unter anderem neben den „Herausforderungen der Gestaltung kirchlichen Lebens im ländlichen Raum“ auch um die Frage, welche Strukturen eine gut vernetzte Evangelische Kirche im Rheinland künftig braucht.
Andrea Aufderheide unterstrich angesichts des demographischen Wandels die Notwendigkeit, als Kirche im ländlichen Raum attraktive Personalstellen anzubieten. Auch die Pfarrstellensituation im ländlichen Raum bedürfe eines besonderen Augenmerks.  Sie verwies zudem darauf, dass man dankbar sei für ein unverändert hohes ehrenamtliches Engagement der Menschen. „Wir sehen aber auch den Mobilitätszwang, unter dem viele hier berufsbedingt stehen und der sie sorgfältig entscheiden lässt, ihre kostbare freie Zeit mit einem Ehrenamt zu füllen, das für sie einen ‚Mehrwert’ darstellt!“

Aus dem Kirchenkreis Altenkirchen beteiligten sich neben der Superintendentin auch Pfarrer Marcus Tesch (Wissen), Pfarrer Thomas Rössler-Schaake (Flammersfeld), Pfr. Dr. Michael Klein (Hamm), Reinhild Roßbach (Hilgenroth), Kurt Höblich (Wissen) und Ulrike Thiel-Schmidt (Altenkirchen).
Als „Neuling“ in der Runde war aus der Nachbarschaft der frisch gewählte Superintendent des Kirchenkreises Wied, Pfarrer Detlef Kowalski, dabei. Kowalski (54) war jüngst bei einer außerordentlichen Sitzung der Kreissynode Wied als Nachfolger von Wolfgang Eickhoff gewählt worden.

Die Direktorin der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen, Pfarrerin Anke Kreutz, unterstrich in ihrem Austausch mit der Kirchenleitung, dass „Kooperation unter den Kirchengemeinden, vor allem aber auch Kooperation mit den Kommunen und anderen Aktiven in der Bürgergesellschaft (Vereine, usw.) immer wichtiger werde. „Es gibt eine große Erwartung und Hoffnung,  dass Kirche sich für das  Leben im Ort, ob Dorf oder (Klein)Stadt,  interessiert. Dann gibt es auch eine Offenheit für die Verkündigung.“

Unter dem Dach der Landjugendakademie (LJA) in Altenkirchen ist die Evangelische Landvolkshochschule als Einrichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland beheimatet. Gemeinsam wird im kommenden Jahr der  60. Geburtstag gefeiert.
Es traf sich, dass die Klausurtagung der Kirchenleitung in der Einrichtung genau auf den 60. Jahrestag der Grundsteinlegung am 20. Oktober 1957 fiel. Dieses Datum weist auch die Tafel im Eingangsbereich der Akademie auf.
Jährlich gibt es rund 12 000 Übernachtungen in der LJA, davon 6000 aus eigenen Veranstaltungen, u.a. Bildungsangebote für Menschen in ländlichen Regionen. Spezielle Kursangebote stellen die sozialräumliche Dimension der Lebensverhältnisse in den Mittelpunkt. Die Landvolkshochschule bietet u. a. Studientagungen mit Verantwortlichen kirchlicher, berufsständischer und kommunaler Organisationen im ländlichen Raum an. PES.

Am Rande der Kirchenleitungstagung in Altenkirchen verkündete Axel Dosch vom Referat für nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume in der LJA, dass der rheinische  Präses Manfred Rekowski am Montag, 20. November, erneut in der Region zu Gast sein wird. Einem Dokumentarfilmabend in der Wied-Scala in Neitersen zum Thema „Das System Milch“ schließt sich eine Gesprächsrunde an, in der er u.a. mit Milchbauern und Bauernvertretern aus der Region diskutieren wird.

 

Stichwort : Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland

15 haupt- und nebenamtliche, theologische und nichttheologische Frauen und Männer bilden die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).Zwischen den jährlichen Tagungen der Landessynode, dem obersten Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), lenkt die Kirchenleitung die Geschicke der EKiR. Die Kirchenleitung besteht aus sechs hauptamtlichen und neun nebenamtlichen Mitgliedern. Alle 15 Mitglieder sind auf acht Jahre gewählt; alle vier Jahre wird die Hälfte der Kirchenleitung neu bestimmt.
Der Kirchenleitung sitzt der Präses vor. Ihm steht der theologische Vizepräses und der juristische Vizepräsident zur Seite. Präses, Vizepräses und Vizepräsident gehören gleichzeitig zu den sechs hauptamtlichen Kirchenleitungsmitgliedern; bis auf den Präses stehen diese jeweils einer der fünf Abteilungen des Landeskirchenamts vor.Unter den neun nebenamtlichen Mitgliedern der Kirchenleitung sind drei Plätze für TheologInnen reserviert. Die übrigen sechs Sitze sind NichttheologInnen vorbehalten. Betrachtet man wiederum die gesamte Kirchenleitung, so besteht sie in etwa zur Hälfte aus Theologen und Nichttheologen.
Die aktuellen Mitglieder der Kirchenleitung sind: Präses Manfred Rekowski, Vizepräses Christoph Pistorius, Vizepräsident Dr. Johann Weusmann, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Oberkirchenrat Klaus Eberl, Oberkirchenrat Bernd Baucks, Dr. Barbara Schwahn, Superintendent Eckart Wüster, Superintendentin Andrea Aufderheide, Dr. Axel Epe, Wolfgang Albers, Marion Unger, Hartmut Rahn, Helga Siemens-Weibring und Marlis Bredehorst. (aus ekir.de)