Erntedankfest 2018

Am 7. Oktober wird in diesem Jahr das Erntedankfest gefeiert. Der lange heiße Sommer sorgte für allerlei Besonderheiten eines Erntejahres. Die Dürre brachte Hausgärtner, vor allem aber die Landwirte und ihre Tiere in arge Nöte.

Doch nicht die Dürre allein gefährdet die Landwirtschaft. „Strukturwandel und ein gesellschaftliches Unwissen über das Entstehen der Nahrung sorgen seit langem für Existenznöte“, sagt Pfarrerin Anke Kreutz. Die Direktorin der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen spricht in einem Interview mit ekir.de über Wert und Wertschätzung der Agrararbeit. MEHR->

 

Darin spricht sie darüber, dass die Möhre zur „Ramschware“ wird, die Existenzängste der Frauen und Männer, die sich um „unser täglich Brot“ mühen und das Sorgentelefon, das die Landjugendakademie in Altenkirchen für die Menschen in der Landwirtschaft bereithält.

 

 

Gottesdienste zum Erntedankfest

In den Gemeinden des Kirchenkreises wird auf unterschiedliche Weise das Erntedankfest gefeiert. (Aktuelles dazu finden Sie auf den Seiten der Kirchengemeinden). Je nach Tradition gibt es ein Fest mit Erntekränzen, Gaben und reichem Altarschmuck, besonderen Liedern und musikalischer Freude über den Erntesegen des Jahres.

Der Rückgang der Landwirtschaft auch in unserer Region ist verbunden mit einem alltäglichen „Erlebnisverlust“ von Säen und Ernten. Und dennoch ist im Westerwald ein stärkeres Bewusstsein für „Erntesegen“ vorhanden, als vielleicht in industriell geprägten Regionen.

So haben sich die Menschen und Gruppen in den Gemeinden teilweise schon seit Wochen mit den Vorbereitungen für das Erntedankfest beschäftigt: Altarschmuck geschaffen, Erntekronen als Schmuck für die Kirche aus Ähren gestaltet und vor allem auch die Kinder und Jugendlichen, Konfirmandinnen und Konfirmanden zum „Erntedank“ geführt.
Die Kirchen sind reich geschmückt mit Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, die von Gemeindegliedern gespendet werden.

Dank an Gott für eine reiche Ernte

Die Feste erinnern daran, dass dies – auch heutzutage und in manchen Teilen der Welt – keine Selbstverständlichkeit ist.
In den Erntedankgottesdiensten drücken Christen ihre Dankbarkeit für ihr „tägliches Brot“ aus und erinnern an den engen Zusammenhang zwischen Mensch und Natur. Der Mensch ist Teil der Schöpfung und es liegt nicht allein in seiner Hand über ausreichend Nahrung zu verfügen. Deshalb ist das Erntedankfest ein Fest der Freude.

Auch Kindern wird aus Anlass des Erntedankfestes die Bedeutung der Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion, die heute vielen nicht mehr bekannt sind, gut vermittelt. In vielen Gemeinden wird Erntedank deshalb mit einem Familiengottesdienst und mit anschließendem Beisammensein oder Gemeindefest gefeiert.

Aber auch auf die notleidenden Menschen in den ärmsten Ländern der Welt wird vielerorts aufmerksam gemacht und neben dem Danken auch das Teilen angemahnt. Die Lebensmittelspenden, mit denen die Kirchen festlich dekoriert sind, werden deshalb nach dem Fest an Bedürftige in der Gemeinde oder an soziale Einrichtungen verteilt.

Die Wurzeln des Festes liegen weit zurück: Das Erntedankfest gab es schon in vorchristlicher Zeit. Ein kirchliches Erntedankfest ist seit dem 3. Jahrhundert belegt. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen des Menschen.

Viel Musik und ein besonderes Erntedankfest am 7. Oktober mit Erntedankzug in Mehren

Ein Erntedankfest mit ganz besonderem musikalischen Schwerpunkt gab es in diesem Jahr bereits am Sonntag, 30. September, 10 Uhr, in der evangelischen Kirche in Birnbach gefeiert. Gleich drei Posaunenchöre (Birnbach, Grevenbroich und Bergneustadt) bereicherten ihn musikalisch. Die Predigt in diesem Gottesdienst hielt der Leitende Obmann der Posaunenchorarbeit in Deutschland, Pfarrer  Friedemann Schmidt-Eggert. (Foto der drei Posaunenchöre im Einsatz: Erhard Waßmuth)

Die Birnbacher feierten ihre Erntedankfeste (im Weyerbuscher Gemeindezentrum gab es zudem einen Familiengottesdienst) in diesem Jahr eine Woche früher, weil in der Region am Sonntag, 7. Oktober wieder ein ganz besonderes Erntedankfest gefeiert: In Mehren startet um 10 Uhr der Erntedankzug, der aus den einzelnen Orten die Menschen zusammen zur Mehrener Kirche bringt. Um 11 Uhr beginnt dort der Gottesdienst. Die Predigt hält in diesem Jahr der Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski. Der Gottesdienst in Mehren wird auch zu einem besonderen Erlebnis für rund 40 Gäste aus Frankreich, die anlässlich eines europäischen Treffens mit der Katholischen Landvolkbewegung und dem Evangelischen Dienst auf dem Lande für fünf Tage in unserer Region weilen und sich u.a. auch mit den Genossenschaftsgedanken Raiffeisens beschäftigen. PES./Fotos: Petra Stroh