Advent, Weihnachten & Epiphanias: Feiern Sie die verschiedenen Zeiten!

Alle Jahre wieder, tatsächlich: Alle Jahre wieder stehen wir gefühlt schon im Spätsommer vor den prall gefüllten Supermarktregalen mit Lebkuchen, Spekulatius und Schoko-Nikoläusen. Die so genannte Weihnachtszeit beginnt scheinbar jedes Jahr etwas früher und „Last Christmas“ auf dem Weihnachtsmarkt beim Glühwein klingt so, als hätte es doch gerade gestern noch gestört. In der Top-Ten-Liste der „Was ist-Fragen“ bei Google landete in diesem Jahr der Begriff „Pfingsten“ auf Platz zehn. Wie lange es wohl dauern wird, bis „Advent“ oder gar „Weihnachten“ als ähnlich prominente Suchbegriffe eine zunehmende Nichtinformiertheit in der Gesellschaft widerspiegeln?

© Peter Bongard / fundus-medien.de
© Peter Bongard / fundus-medien.de

Das Weihnachtsfest, das Fest der Geburt Jesu Christi, ist das erste der drei großen Feste im Kirchenjahr: Es folgen noch Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi und das bereits genannte Pfingsten, das Fest der Ausschüttung des Heiligen Geistes und der „Geburtstag der Kirche“. Auf Feste dieser Größenordnung sollte man gut vorbereitet sein – und das heißt nicht nur, rechtzeitig alle Geschenke parat zu haben oder für ein opulentes Essen zu sorgen. Es geht auch um die eigene, ganz persönliche Vorbereitung auf das, was da eigentlich gefeiert wird: An Weihnachten die Ankunft des Herrn, oder lateinisch „Adventus Domini“ – Advent. Diese geistliche Vorbereitung ist in der christlichen Tradition so zentral, dass mit dem (Vorabend des) ersten Advent auch das neue Kirchenjahr beginnt – im Gegensatz zum Kalenderjahr, das erst in sieben Tagen enden wird. Der Advent ist dabei eher eine ernste Zeit, eine Zeit der inneren Einkehr und Buße. Viele bekannte Adventslieder tragen das bereits im Titel: „Nun komm, der Heiden Heiland“, „O Heiland, reiß‘ die Himmel auf“, „Mit Ernst o Menschenkinder“ oder „Die Nacht ist vorgedrungen“. Erst am vierten Advent zeigt sich schon deutlicher die Vorfreude auf das nahe Christfest, wenn etwa „Nun jauchzet all, ihr Frommen!“ gesungen wird.
Sollten Sie diesen Text gerade am 24. Dezember lesen, dann befinden wir uns noch immer in der Adventszeit, die streng genommen mit der ersten Vesper heute Abend endet.
Wir sind also gerade genau auf der Schwelle zur Feier des großen Festes, an dem wir uns an die Geburt eines kleinen Kindes in absolut widrigen Umständen erinnern. Eine Geburt in einem Stall, weil es ansonsten keinen Platz mehr gibt – deutlicher kann man Armut kaum darstellen. Damit aber nicht genug: König Herodes lässt aus Sorge vor einem möglichen Machtverlust alle männlichen Kleinkinder in Bethlehem ermorden, wovor die junge Familie dann auch noch bis nach Ägypten fliehen muss. Was für eine ungeheuerliche Geschichte, die wir da eigentlich feiern – und wie viele aktuelle Parallelen mag es wohl angesichts der viel zu vielen Kriegsschauplätze auf der Welt, sei es in der Ukraine oder im Ostkongo, in Afghanistan oder in Myanmar, gerade geben? Würde die Geschichte hier enden, würde sie wohl auch niemand erzählen und schon gar nicht feiern. Es ist die Gewissheit auf Rettung, die biblische Geschichten wie die Weihnachtsgeschichte bis heute strahlen lassen: Als Kind ist Jesus ein Flüchtling, als Mann stirbt er am Kreuz. Doch immer ist das nicht das Ende, sondern es gibt Rettung. Dass Jesus mit seiner Auferstehung den Tod überwunden hat, kann man wohl als die ultimative Rettung bezeichnen.
Dann passen sie endlich: die Engel, die Heiligen Drei Könige mit ihren Geschenken und all die strahlenden Lichter, die wir in Anlehnung an den Stern über Bethlehem leuchten lassen. Mit der Gewissheit auf Rettung wird Weihnachten zu dem großen Fest, das auch angemessen groß und lang gefeiert werden soll: An den beiden Weihnachtsfeiertagen und natürlich auch an Silvester und Neujahr. Dann schließt sich am 6. Januar mit dem Epiphaniasfest – auch als das Fest der Heiligen Drei Könige bekannt – unmittelbar die Epiphaniszeit an. Das Wort „Epiphanias“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Erscheinung“, womit die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi gemeint ist. Noch einmal wird der Geburt Jesu mit der Verehrung durch die jüdischen Hirten gedacht, der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, dem kindlichen Wirken Jesu bis zu seinem ersten Wunder bei der Hochzeit von Kana, bei der er Wasser in Wein verwandelt. Nutzen Sie die Gelegenheit, den verschiedenen Facetten, die Weihnachten bietet, nachzugehen, feiern und genießen Sie die besonderen Zeiten!

Frohe Weihnachten!