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Von bläserischem Glockenklang, einer charmanten Königin und viel „Jubel in Blech“

4. Westerwälder Bläsertag in Wissen erfreute Mitwirkende und Zuhörende gleichermaßen.

 

Begeisterte und begeisternde Bläserinnen und Bläser beim 4. Westerwälder Bläsertag auf der Bühne des Westerwälder Kulturwerks. Foto: Petra Stroh

Sie ließen Glocken erklingen, erfreuten mit traditionellen Chorälen und begeisterten mit frischen, modernen Tönen: Rund 100 Bläserinnen und Bläser aus den heimischen Posaunenchören  sorgten beim 4. Westerwälder Bläsertag für ein musikalisches Farbenspiel. Rund 650 Zuhörende genossen bei einem Gottesdienst und einer Bläserfeierstunde in der außergewöhnlichen Atmosphäre des Wissener Kulturwerkes die besondere Stimmung, die  Mädchen und Jungen, Frauen und Männer mit den „Posaunen und ihren Geschwistern“ verbreiteten.

Schon seit mehreren Monaten haben die Bläserinnen und Bläsern, die aus den Posaunenchören des Kirchenkreises Altenkirchen und der benachbarten Gemeinden des Westerwaldkreises und der Siegregion kamen – aus den Posaunenwerken und dem CVJM – für das Großereignis geübt.

Kreiskantor Alexander Kuhlo (Evangelischer Kirchenkreis Altenkirchen) – dem die Gesamtorganisation des Bläsertages oblag – ist es vortrefflich gelungen, aus den Chormitgliedern einen klangstarken Gesamtchor zu bilden, der Bläsermusik der verschiedensten Gattungen wunderbar präsentierte.

 

Gottesdienst „Ein feste Burg ist unser Gott“

Beginn des Bläsertages im Kulturwerk – dem ehemaligen Walzwerk – war ein Gottesdienst, den die Bläserschar mit ihrem Klang „einläutete“.

„Ein feste Burg ist unser Gott“ – Leitthema des Tages und insbesondere des Gottesdienstes – wurde in einem Satz von Traugott Fünfgeld intoniert und die Musik, aber auch die textlichen Inhalte des Reformationschorales zogen sich wie ein roter Faden durch den Bläsertag.

Pfarrer Marcus Tesch (Wissen/Predigt zu Psalm 46) und Superintendentin Andrea Aufderheide gestalteten gemeinsam mit BläserInnen den theologischen Teil des Gottesdienstes aus.

Foto: Erhard Waßmuth

Gleich drei „Überraschungen“ hatte das Vorbereitungsteam für die Gottesdienst-BesucherInnen in den abwechslungsreichen Ablauf aus Texten und Musik „versteckt“.

  • So präsentierte der Wissener Posaunenchor-Bläser Ralf Adams ein ganz besonderes Schätzchen: Er hatte selbst einst auf einem „Kuhlohorn“ das Blaesen erlernt und durften nun – im Duett mit Bläserkollegen Jan Thiel – einen Choral auf einem ganz besonderen „Kuhlohorn“ präsentieren: dem Originalinstrument, mit dem einst der „Posaunengeneral“ Johannes Kuhlo musizierte und das eigens – und unter einigen Mühen - für den Bläsertag aus dem Bethelner Museum in den Westerwald wanderte: Dorthin, wo nun Urenkel Alexander den 4. Westerwälder Bläsertag organisierte.
  • Dass angesichts eines Festgottesdienstes mit reichem Bläserklang auch einer Sängerschar das „Herz jauchzt“, demonstrierte eindrucksvoll die Altenkirchener Kantorei mit ihrem Beitrag.
  • „Posaunenchöre leben mit und von ihrer Nachwuchsarbeit“: So zeigte schwungvoll Nachwuchsbläser Moussa (Trompete/Posaunenchor Birnbach) begleitet von Alexander Kuhlo (Keyboard)  mit wie viel Spielfreude und Können die Jungen das Posaunenchorspielen und die Zuhörenden bereichern.

 

Ein ganz besonderes Schätzchen durfte Ralf Adams aus dem Posaunenchor Wissen beim Bläsertag präsentieren. Ein Originalhorn von Johannes Kuhlo, auf dem der“ Posaunengeneral“ einst selbst musiziert hatte, kam für einen Abstecher aus dem Bethelner Museum in den Westerwald und durfte hier klingend an die Tradition Evangelischer Posaunenarbeit erinnern. Foto: Petra Stroh

 

Eine Königin mit besonderem Charme

Von freundlichem Wetter war der 4. Westerwälder Bläsertag begleitet, so dass die Bläserschar mit ihren Gästen – die aus dem gesamten Kreis angereist war – die Mittagspause  auch draußen genießen konnte.

Hier erlebten sie dann auch den Auftritt einer außergewöhnlichen „Königin“ : Bei einem Freiluftkonzert – als „Appetizer“ zur nachmittäglichen Feierstunde –lieferte das Oberhessische Blechbläserensemble/OBE „Blechtöne“ ganz besonderer Art und Qualität.

Das Laien-Ensemble mit professionellem Anspruch in Zehnerbesetzung erfreute u.a. mit „Katzen-Charakteren in Blech“  und überraschte damit, dass die „Königin der Nacht“ (aus Mozarts Zauberflöte) auch im Gewand eines Tubisten daher kommen kann. Musikalische Leckerbissen und Unterhaltung gleichermaßen bestimmten das Freiluft-Ständchen.

Im Begleitprogramm des Bläsertages gab es zudem die Gelegenheit eine Instrumentenschau zu sehen, ein Kirchenkreis-Quiz zu meistern oder sich als (Noch-)Nicht-Bläser einmal an einem Blasinstrument auszuprobieren.

 

„Es kam von Herzen und ging zu Herzen“

„Es kam von Herzen und ging zu Herzen“ – so resümierte Superintendentin Andrea Aufderheide die gut zweistündige Bläserfeierstunde und dankte allen, die mit Worten, aber insbesondere musikalisch, das Bläserfest bereicherten.

In einer bunten Abfolge von Tönen und Worten wurde deutlich, wie die Posaunenchöre – ein „evangelisches Markenzeichen“ -  das kirchliche und kulturelle Leben der Region bereichern.

Wie man diese Arbeit schätzt, demonstrierten auch die Zuhörenden mit ihrem reichem Applaus und der vielfach vorgetragenen Bitte, zwischen dem aktuellen vierten Westerwälder Bläsertag und seinem Nachfolger nicht wieder eine achtjährige Pause wie zum Vorgängerangebot einzulegen.

Hans-Peter Kuhlo, Vater des Kreiskantors und Enkel von Johannes Kuhlo ( er begründetete im vorletzten Jahrhundert die „Posaunenchorbewegung“), hatte zur Feierstunde in Wissen ein besonderes „Schätzchen“ ausgegraben: Die Rezession einer Reise Johannes Kuhlos mit seinem Horn-Sextett in den Westerwald. Hier hatte damals der „Posaunengeneral“ in Puderbach, Höchstenbach und Betzdorf nachhaltige Eindrücke hinterlassen, wie es aus dem zitierten Zeitdokument „herausschallte“.

Ihre Wertschätzung der Posaunenchorarbeit äußerten zahlreiche ‚prominente Gäste’ des Bläsertages aus Kirche, Gesellschaft und Politik – mit ihrer Teilnahme und/oder in Grußworten. So fanden neben der Superintendentin auch Landrat Michael Lieber, Beigeordneter Friedhelm Steiger (Verbandsgemeinde Wissen), Pfr. Marcus Tesch (Evangelische Kirchengemeinde Wissen), Pfr. Martin Kürten(Katholische Kirchengemeinde Wissen) sowie Stephan Schmitz,Posaunenwerk der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und Christine Herfen, Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), viele anerkennende, aber auch mutmachende Worte für das Wirken der Chöre in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Kunterbunt in Zusammensetzung und Repertoire

Wie „kunterbunt“ die Posaunenchöre zusammengesetzt sind – von Jungbläsern bis hin zu „Altgedienten“, die auch nach 65 Jahren Einsatz noch voller Freude musizieren - ließ Moderator Ernst Walter Thomas kaleidoskopmäßig mit Spontan-Interviews der auf wunderschön geschmückten Bühne (Deko: Elke Schumacher, Birnbach) versammelten Bläserschar deutlich werden.

Dass sich der aus den rund zehn Chören und EinzelbläserInnen bestehende Gesamtchor zu einem vollendeten Klang vereinigt hatte, wurde in den musikalischen Elementen deutlich, die die Feierstunde prägten. Alexander Kuhlo hatte anspruchsvolle Literatur aus verschiedenen Epochen mit ihnen erarbeitet, die die Bandbreite der Bläsermusik gekonnt darstellten (Schlagzeug: Hannes Leibrock). Das „Westerwaldlied“ durfte dabei traditionell auch nicht fehlen.

Ebenfalls durch verschiedene Jahrhunderte „spazierte“ auch das Oberhessische Blechbläserensemble mit seinen Beiträgen, servierte dabei „Blech vom Feinsten“ und überraschte damit, dass „Teufelsgeiger“ auch schon mal Posaunen nutzen.

Viel Applaus gab es für alle Mitwirkenden.

 

Viele unterstützten das Bläserfest

Für die Ausgestaltung des 4. Westerwälder Bläsertages engagierten sich auch zahlreiche Sponsoren, ohne deren finanzielle Zuwendung dieses Großereignis nicht möglich gewesen wäre. Kreiskantor Alexander Kuhlo dankte beim Bläsertag ihnen allen, ebenso den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die vor und hinter den Kulissen für die Vorbereitung und Durchführung des gelungenen Bläsertages gewirkt haben. 

Die Bläserinnen und Bläser selbst dankten dem rührigen Kreiskantor. Für seine Arbeit mit ihnen, aber auch dafür, dass er die Tradition des Westerwälder Bläsertages wieder hatte aufleben lassen. Sie überraschten ihn mit Wanderschuhen der Sorte „standfest“, damit er künftig jenseits der musikalischen Pfade im „schönen Westerwald“ unterwegs sein kann. PES.

 

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